Keine Bewerbungen auf die Ausbildungsstelle? Drei Ursachen, die Sie selbst prüfen können
Von Anne Maria ZocherAktualisiert am 7 Min. Lesezeit

Seit dem Frühjahr steht die Ausbildungsstelle auf der Website, in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer und bei der Arbeitsagentur. Zwei Bewerbungen sind gekommen, eine davon für einen anderen Beruf. Der Ausbildungsstart rückt näher, und in der Werkstatt fragt jede Woche jemand, ob sich endlich etwas getan hat. So sieht es in der Schreinerei aus, die diesen Beitrag als Planungsbeispiel begleitet.
Drei Ursachen prüfen Sie ohne Agentur im eigenen Betrieb: Sieht jemand die Stelle, der noch nicht gezielt danach sucht? Beantwortet die Ausbildungsseite, was Jugendliche vor einer Bewerbung wissen wollen? Lässt sich die Bewerbung am Handy in wenigen Minuten abschicken? Bei der ersten Ursache hilft Schülernetzwerk Deutschland (SND), ein Werbenetzwerk im Schulalltag: Ihre Anzeige erscheint in Schul-Apps im Umkreis Ihres Standorts, auch bei Jugendlichen, die noch nicht suchen.
Warum ausgeschriebene Stellen ohne Bewerbungen bleiben
Die Schreinerei ist damit nicht allein. In einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter knapp 15.000 Betrieben konnten 48 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe 2024 nicht alle Stellen besetzen. Von den Betrieben mit Besetzungsschwierigkeiten erhielten 32 Prozent keine einzige Bewerbung[1]. Ende September 2025 waren noch 54.000 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt, während 40.000 gemeldete Bewerber:innen weder eine Stelle noch ein anderes Angebot hatten[2]. Beide Seiten finden nicht zueinander, weil Stellen und Bewerberwünsche bei Region, Beruf und Voraussetzungen auseinanderliegen[2].
Ende September 2025 gab es beides: offene Stellen und suchende Jugendliche
- 54.000gemeldete Ausbildungsstellen blieben unbesetzt
- 40.000gemeldete Bewerber:innen hatten weder Stelle noch anderes Angebot
Für die Schreinerei heißt das: Website, Lehrstellenbörse und Arbeitsagentur zeigen die Stelle denen, die bereits nach diesem Beruf in dieser Region suchen. Wer noch keinen Beruf im Kopf hat, gibt auch keinen ein. Diese Jugendlichen sind täglich am Smartphone: 95 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen nutzen es jeden Tag[3].
Zwei weitere Ursachen liegen auf der Ausbildungsseite. Knapp 82 Prozent der jungen Menschen möchten wissen, wer sie ausbildet und betreut, doch nur gut 61 Prozent der Unternehmen machen dazu eine Angabe[4]. Für 81 Prozent ist ein einfaches Bewerbungsverfahren ein Entscheidungskriterium[4]. Nur 45 Prozent der Betriebe erklären vorab, wie ihr Verfahren abläuft[4]. Bei der Schreinerei fehlt beides: Die Ausbilderin wird nicht genannt, und die Bewerbung verlangt eine E-Mail mit vollständigen Unterlagen.
Wer bildet mich aus? Viele Ausbildungsseiten lassen die Frage offen
- knapp 82 %der jungen Menschen möchten wissen, wer sie ausbildet und betreut
- gut 61 %der Unternehmen machen dazu eine Angabe
Was Sie prüfen und was SND übernimmt
Die drei Prüfungen folgen dem Weg einer Bewerbung: sehen, lesen, bewerben. Alle drei erledigen Sie im Betrieb. Die Anzeige prüft, veröffentlicht und wertet SND aus. Die Anfrage stellen Sie schon jetzt, unverbindlich und ohne fertiges Motiv.
Schritt 1: Sichtbarkeit. Wer sieht Ihre Stelle, ohne danach zu suchen?
Schreiben Sie auf, wo die Stelle im letzten Jahr zu finden war. Bei der Schreinerei sind das vier Werbewege: die eigene Website, die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer, die Arbeitsagentur und ein Aushang im Schaufenster der Werkstatt. Fragen Sie bei jedem Weg: Findet die Stelle nur, wer danach sucht, oder sieht sie auch jemand, der noch keinen Beruf gewählt hat?
Bei der Schreinerei spricht nur der Aushang Vorbeigehende an. Die anderen drei Wege warten auf eine Suchanfrage. Tragen Sie neben jeden Werbeweg ein, wen er erreicht. Welche Aufgabe Stellenportal, Messe und Schul-App jeweils übernehmen, zeigt der Beitrag über Werbekanäle für das Azubi-Recruiting in Ihrer Region.
Schritt 2: Informationen. Ergänzen Sie die fünf Angaben, die Jugendliche vermissen
Prüfen Sie Ihre Ausbildungsseite auf fünf Angaben: Tätigkeiten im ersten Jahr, Arbeitszeiten, Vergütung, Ablauf der Bewerbung und die Person, die betreut. Was fehlt, ergänzen Sie. Die Schreinerei schreibt zur Betreuung, als Anrede an Jugendliche: „Deine Ausbilderin heißt Anna. Sie ist seit zwölf Jahren im Betrieb und hat vier Azubis begleitet. In den ersten zwei Wochen bist du jeden Tag mit ihr unterwegs.“
Dazu nennt sie die Tätigkeiten im ersten Jahr wie Zuschnitt und Schleifen, den Arbeitsbeginn um sieben Uhr, den freien Samstag und die Vergütung je Ausbildungsjahr. Die Frist für die erste Rückmeldung trägt sie nach Schritt 3 ein. Schreiben Sie nur, was in Ihrem Betrieb gilt. Wie ehrliche Angaben Enttäuschungen in der Probezeit vorbeugen, lesen Sie im Beitrag Ausbildungsabbrüche vermeiden.
Schritt 3: Bewerbungsweg. Bewerben Sie sich am Handy bei sich selbst
Öffnen Sie Ihre Ausbildungsseite am Smartphone und bewerben Sie sich bei sich selbst, im Betreff als Test gekennzeichnet. Hängen Sie das letzte Schulzeugnis als Foto direkt vom Handy an, stoppen Sie die Zeit bis zum Absenden und warten Sie auf die Eingangsbestätigung. Brauchen Sie dafür Drucker, Rechner oder ein Anschreiben, brauchen Bewerber:innen das auch.
Bei der Schreinerei scheitert der Test am Anschreiben. Sie ersetzt die E-Mail durch ein Formular: Name, Telefonnummer und das letzte Schulzeugnis als vollständiges, gut lesbares Foto oder PDF. Das Feld für Fragen ist freiwillig, ein Anschreiben entfällt.
Legen Sie fest, wer innerhalb von zwei Werktagen die erste Rückmeldung gibt. Bei der Schreinerei übernimmt das Ausbilderin Anna, in ihrem Urlaub das Büro. Das ist ein Anruf oder eine Nachricht, noch keine Entscheidung.
Die Anzeige in Schul-Apps: sichtbar, bevor jemand sucht
Schritt 1 hat bei der Schreinerei gezeigt: Drei von vier Wegen warten auf eine Suchanfrage. Die Anzeige in den Schul-Apps erscheint dagegen bei Jugendlichen im Umkreis, die noch suchen oder ihre Berufswahl erst treffen. Das gilt auch für die Stelle in diesem Jahr, denn Ende September 2025 waren noch 40.000 gemeldete Bewerber:innen ohne Stelle[2]. Der nächste Jahrgang sieht die Schreinerei, bevor er zu suchen beginnt.
In den Schul-Apps organisieren Schüler:innen Stundenplan, Hausaufgaben und Noten und entdecken Berufe. Ihre Anzeige erscheint dort beim Entdecken von Berufen, neben den Hausaufgaben oder in der Notenübersicht. Wer darauf tippt, landet auf Ihrer Ausbildungsseite mit den fünf Angaben und dem Formular fürs Handy. Mit 15 Netzwerkpartnern erreicht SND bundesweit insgesamt 8,2 Millionen Schüler:innen, Studierende und Eltern (Stand Oktober 2026).
Beim Entdecken von Berufen, neben den Hausaufgaben, bei den Noten
Discover Ad im Entdecken-Feedscoolio
Kachel bei den HausaufgabenSchulPlaner
Banner auf der StartseiteNotan
Für die Schreinerei mit einem Standort, deren Azubis aus der Umgebung pendeln, passt das Paket „Ihr Standort“: 1.299 Euro pro Jahr zuzüglich Mehrwertsteuer, das entspricht 108,25 Euro monatlich. Abgerechnet wird jährlich. Dafür garantiert SND 25.000 Werbeeinblendungen pro Jahr in 25 Kilometern Umkreis um die Schreinerei. Eine Einblendung ist ein Anzeigenaufruf, und wiederholte Einblendungen können Ihren Betrieb bei Interessierten in Erinnerung halten. Ein Wechsel in ein größeres Paket ist möglich: „Ihre Region“ wirbt in 50 Kilometern Umkreis, „Ihre Region Plus“ in 100 Kilometern.
Für Motiv und Text erhalten Sie Vorlagen und Maße, auf Wunsch erstellt SND Motiv, Text oder Video ab 300 € zzgl. MwSt. Umfang und Preis stehen im Angebot. Wie das Foto aus der Werkstatt in der App wirkt, sehen Sie vorab in der Anzeigenvorschau. Das Bild bleibt dabei auf Ihrem Gerät.
Der Buchungsweg hat drei Schritte:
- Sie fragen das Paket unverbindlich und ohne Registrierung an. SND stimmt Region, Ausbildungsberufe und Paket mit Ihnen ab und schickt ein Angebot.
- Sie liefern Link, Logo, Motiv und Text zum vereinbarten Termin. SND prüft die Anzeige, gibt sie frei und stellt erst danach die Rechnung.
- SND veröffentlicht die Anzeige zum vereinbarten Start und liefert die Auswertung mit Klicks und Klickrate (Klicks je 100 Einblendungen). Bewerbungen zählen Sie selbst. Planen Sie von fertigem Motiv und Text bis zum Start rund vier Wochen ein.
Für die Schreinerei heißt das: Anfrage jetzt, Angebot prüfen, Motiv und Text im August, Anzeige zum Schuljahresbeginn im September. Den Termin prüft sie für ihr Bundesland.
Checkliste für den Kampagnenstart
Fragen Sie das Paket „Ihr Standort“ unverbindlich an
Wenn nächste Woche wieder jemand im Betrieb fragt, ob sich etwas getan hat, haben Sie eine Antwort: Die fünf Angaben stehen online, der Bewerbungsweg ist am Handy getestet, und die Anzeige für die Schul-Apps im Umkreis ist angefragt. Sie erhalten zuerst ein Angebot und entscheiden dann. Die Anfrage braucht keine Registrierung. Die Rechnung kommt erst nach der Freigabe der Anzeige, eine Online-Zahlung ist nicht nötig. Über 400 Unternehmen werben bereits im Netzwerk (Stand Oktober 2026). SND meldet sich in der Regel innerhalb von zwei Stunden (Mo–Fr, 8–18 Uhr).
Wenn Sie zuerst Fragen klären möchten: Beratung anfragen, kostenlos, 30 Minuten per Telefon oder Video.
Quellen
- Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK): Ausbildung 2025. Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung, Juli 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
- Bundesagentur für Arbeit: Ausbildungsmarktbilanz 2024/25, 30. Oktober 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
- Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs): JIM-Studie 2025: Jugend, Information, Medien, 14. November 2025. Abgerufen am 16. September 2026.
- Bertelsmann Stiftung und Institut der deutschen Wirtschaft: Was macht die duale Ausbildung attraktiv? Wünsche von jungen Menschen und Angebote von Unternehmen im Vergleich, September 2025. Abgerufen am 16. September 2026.


